Patrick Schatzer im Interview: Die Vision hinter dem neuen Green Campus

Patrick Schatzer im Interview

Für Velvety ist das Jahr 2026 ein besonderer Meilenstein. Mit dem neuen Green Campus entsteht ein Standort, der weit mehr ist als eine Erweiterung der Produktionsflächen: Er soll die langfristige Entwicklung des Unternehmens prägen und Forschung & Entwicklung, moderne Produktion, effiziente Verpackungsprozesse und Markenerlebnis an einem Ort verbinden.

Doch was steckt hinter dieser Investition? Warum setzt Velvety gerade jetzt auf einen so großen Entwicklungsschritt in Österreich? Welche Rolle spielen Innovation, soziale Verantwortung und regionale Wertschöpfung?

Darüber haben wir mit Patrick Schatzer, Eigentümer von Velvety, gesprochen. Im Interview gibt er Einblicke in die Hintergründe des Projekts, die Zukunftsvision des Unternehmens und die Chancen, die der neue Green Campus für Partner, Mitarbeiter und die Region schafft.

 

Was bedeutet der neue Green Campus für Velvety und warum war jetzt der richtige Zeitpunkt für diese Investition?

Für mich ist der Green Campus viel mehr als ein neues Gebäude. Er ist das sichtbare Ergebnis der Entwicklung, die Velvety in den vergangenen Jahren gemacht hat.

Unser Produktportfolio ist kontinuierlich gewachsen, wir arbeiten heute mit immer mehr nationalen und internationalen Partnern zusammen, und die Anforderungen an Entwicklung, Produktion, Qualität und Flexibilität werden stetig komplexer. Irgendwann wurde klar: Wir dürfen nicht nur auf Wachstum reagieren, sondern müssen aktiv die Voraussetzungen für die nächsten Jahre schaffen.

Deshalb investieren wir nicht einfach in zusätzliche Fläche, sondern in einen Standort, der langfristig gedacht ist. Der Green Campus soll Entwicklung, Produktion, Verpackung, Qualitätssicherung und Markenerlebnis enger miteinander verbinden. Für mich ist dieses Projekt ein klares Bekenntnis zur Zukunft von Velvety – und ein Zeichen dafür, dass wir bereit sind, langfristig Verantwortung zu übernehmen und in den Standort Österreich zu investieren.

 

Welche Rolle spielt Innovation am neuen Standort?

Innovation bedeutet für uns vor allem, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und daraus konkrete, marktfähige Produkte zu machen. In der Kosmetikbranche verändern sich Anforderungen laufend – bei Texturen, Anwendungserlebnissen, Inhaltsstoffen, Verpackung, Nachhaltigkeit und regulatorischen Vorgaben. Wer langfristig relevant bleiben will, muss diese Veränderungen nicht nur beobachten, sondern aktiv damit arbeiten.

Am neuen Green Campus schaffen wir dafür die passenden Rahmenbedingungen. Wir möchten gemeinsam mit unseren Kunden neue Ideen entwickeln, Trends frühzeitig aufgreifen und daraus Lösungen machen, die sowohl technisch machbar als auch wirtschaftlich sinnvoll sind. Dafür braucht es moderne Technologien, kurze Wege und Menschen, die mit Leidenschaft an neuen Produkten arbeiten.

Hinter Innovation stehen nicht nur moderne Technologien, sondern vor allem die Menschen, die jeden Tag an neuen Ideen arbeiten. Michaela Schatzer spielt eine maßgebliche Rolle in der Produktentwicklung und bringt mit ihrer Erfahrung, ihrem Marktverständnis sowie ihrem Gespür für Verbrauchertrends wichtige Impulse für neue Entwicklungen ein. Von den ersten Konzepten bis zur Umsetzung neuer Produkte arbeitet sie eng mit unserem Entwicklungs-, Labor- und Produktionsteam zusammen, um innovative und marktfähige Lösungen für unsere Kunden zu schaffen.

Genau diese Verbindung ist eine unserer größten Stärken. Innovation entsteht nicht isoliert, sondern dort, wo unterschiedliche Bereiche eng zusammenarbeiten und Ideen schnell in die Praxis gebracht werden können. Der Green Campus bietet dafür die ideale Umgebung.

Unser Ziel ist, dass Velvety künftig nicht nur als Hersteller hochwertiger Kosmetik wahrgenommen wird, sondern als Entwicklungs- und Produktionspartner, der gemeinsam mit seinen Kunden neue Produkte effizient und professionell auf den Markt bringt.

 

Velvety möchte künftig auch Verpackungsprozesse stärker am Standort integrieren. Warum ist das wichtig?

Für uns ist Verpackung ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung. Es geht dabei nicht nur darum, ein fertiges Produkt zu verpacken, sondern um Qualität, Effizienz, Flexibilität und Verantwortung entlang des gesamten Prozesses.

Langfristig möchten wir bestimmte Verpackungsschritte stärker bei uns im Haus abbilden. Das gibt uns mehr Kontrolle über Abläufe, Qualität und Reaktionsgeschwindigkeit. Gerade bei komplexeren Projekten oder kurzfristigen Anforderungen ist es ein großer Vorteil, wenn Entwicklung, Produktion und Verpackung enger zusammenarbeiten und nicht vollständig voneinander getrennt sind.

Ein besonders wichtiger Aspekt ist für uns dabei auch die soziale Verantwortung. Bereits heute arbeiten wir im Bereich Verpackung mit der Lebenshilfe zusammen. Diese Zusammenarbeit ist für uns sehr wertvoll, weil sie zeigt, dass wirtschaftliche Entwicklung und gesellschaftlicher Beitrag kein Widerspruch sein müssen.

Mit dem Green Campus möchten wir diese Verbindung langfristig weiterdenken: moderne Produktion, professionelle Prozesse und soziale Verantwortung an einem Standort. Für mich ist das ein wichtiger Teil unserer Unternehmenskultur. Wachstum soll nicht nur bedeuten, mehr zu produzieren, sondern auch bewusst zu entscheiden, wie und mit wem wir Wertschöpfung gestalten.

Für unsere Partner bedeutet das mehr Verlässlichkeit, mehr Flexibilität und ein Standortkonzept, das nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich nachhaltig gedacht ist.

 

Der Green Campus wird nicht nur ein Produktionsstandort sein, sondern auch einen eigenen Shop und eine Schauproduktion bieten. Was steckt hinter dieser Idee?

Ich glaube, dass viele Menschen gar nicht wissen, wie viel Know-how, Technologie und Leidenschaft hinter modernen Kosmetikprodukten steckt. Man sieht das fertige Produkt im Regal, aber den Entwicklungs- und Produktionsprozess dahinter kennt kaum jemand.

Deshalb möchten wir den Green Campus zu einem Ort machen, an dem Kosmetikproduktion erlebbar wird. Mit einem eigenen Shop und einer Schauproduktion wollen wir Besuchern, Partnern und Kunden die Möglichkeit geben, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und zu erleben, wie moderne Kosmetik entsteht.

Das schafft Transparenz und macht sichtbar, welche Arbeit in einem Produkt steckt – von der ersten Idee über die Entwicklung bis zur Herstellung und Verpackung. Gleichzeitig stärken wir damit die Verbindung zu unserer Marke, zu unseren Produkten und zum Standort.

Langfristig soll der Green Campus daher weit mehr sein als ein Produktionsstandort. Er soll ein Ort werden, an dem Menschen Inspiration finden, Innovation erleben und Kosmetik aus einer neuen Perspektive kennenlernen können.

 

Viele Unternehmen verlagern ihre Produktion ins Ausland. Warum investiert Velvety gerade jetzt in einen Produktionsstandort in Österreich? Ist Produktion in Österreich heute überhaupt noch konkurrenzfähig?

Das ist eine berechtigte und wichtige Frage. Natürlich sehen auch wir, dass viele Unternehmen aus Kostengründen Teile ihrer Produktion ins Ausland verlagern. Wir haben uns bewusst für einen anderen Weg entschieden.

Ich bin überzeugt, dass Wettbewerbsfähigkeit heute nicht allein über den niedrigsten Preis definiert wird. Qualität, Flexibilität, Innovationskraft, Verlässlichkeit und kurze Entscheidungswege werden immer wichtiger. Genau hier sehen wir unsere Stärke.

Ein Standort in Österreich bringt Herausforderungen mit sich – insbesondere bei Kosten, Bürokratie und Fachkräfteverfügbarkeit. Aber er bietet auch große Chancen: hervorragend ausgebildete Mitarbeiter, hohe Qualitätsstandards, kurze Wege, regionale Wertschöpfung und eine enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern.

Gerade in einer Branche, in der Entwicklungsgeschwindigkeit, Qualitätssicherheit und flexible Umsetzung entscheidend sind, kann ein starker Produktionsstandort in Österreich ein echter Wettbewerbsvorteil sein.

Mit dem Green Campus setzen wir daher ein klares Zeichen für den Wirtschaftsstandort (Ober)österreich. Wir glauben daran, dass hochwertige Produktion, Innovation und nachhaltiges Wachstum auch hier erfolgreich möglich sind – wenn man bereit ist, Prozesse professionell aufzustellen und langfristig zu denken.

 

Worauf bist du bei diesem Projekt am meisten stolz?

Besonders stolz bin ich darauf, Mitarbeitende zu sehen, die diesen Weg von Anfang an oder über viele Jahre mit uns gegangen sind – und die nun auch den nächsten Entwicklungsschritt gemeinsam mit uns gestalten. Der Green Campus zeigt, was entstehen kann, wenn Menschen an eine Idee glauben, Verantwortung übernehmen und gemeinsam an einem Ziel arbeiten.

Dieses Projekt ist das Ergebnis vieler Jahre konsequenter Arbeit. Es ist nicht über Nacht entstanden, sondern basiert auf mutigen Entscheidungen, kontinuierlicher Weiterentwicklung und dem Engagement unseres gesamten Teams.

Gleichzeitig sehe ich den Green Campus als Ausgangspunkt für die nächsten Entwicklungsschritte von Velvety. Wenn wir in einigen Jahren sagen können, dass wir von Österreich aus weitere internationale Kosmetikinnovationen geschaffen, neue Partnerschaften aufgebaut und gemeinsam mit unseren Kund und unserem Team etwas Großes geschaffen haben, dann hat sich diese Investition mehr als gelohnt.

Am Ende geht es für meine Frau und mich darum, etwas aufzubauen, das Bestand hat – für unser Unternehmen, für unser Team, für unsere Partner und für die Region.

 

 

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